Veröffentlicht: 07.06.2026
Letzte Aktualisierung: 08.06.2026
ACHTUNG!: Lassen Sie bei Verwendung von Optimierern das Schattenmanagement des Wechselrichters deaktiviert!
Azzurro Wechselrichter bieten ein optionales Schattenmanagement, welches durch Abtasten der gesamten Spannungskurve den globalen MPP einer teilverschatteten Modulfläche ermittelt. Diese Funktion wird in den Erzeugungseinheiten auch als "IV-Kurvenscan" betitelt.
Bei verschattungsfreien Modulflächen ist ein ungehinderter Stromfluss durch die in Serie verschalteten Zellen möglich. Die Bypassdioden bleiben im Sperrzustand und der Stromfluss zieht sich durch das gesamte Feld. Der Wechselrichter ist durch das normale Abtastverhalten ("Stören & Observieren") problemlos in der Lage durch das Regeln der Strangspannung (Buck/Boost) den "Globalen Maximum Power Point" zu ermitteln und um diesen Punkt zu regeln.
In dieser Abbildung existiert eine Teilverschattung an der Modulfläche 3. Durch die fehlende Einstrahlung entsteht ein hoher Widerstand an dieser Stelle und der gesamte Strangstrom wird reduziert. Die Zellenspannung fällt rapide ab um dennoch einen Stromfluss zu ermöglichen. Dadurch entsteht eine Gegenspannung an den verschatteten Zellen - sie wandeln ihre Rolle als Erzeuger in Verbraucher um. Durch die Verpuffung von Energie bilden sich Hotspots, die die Zellen nachhaltig beschädigen können.
Steigert sich die Gegenspannung bis ungefähr -0,6V schaltet die Bypassdiode parallel zur teilverschatteten Modulfläche durch und ermöglicht einen ungehinderten Stromfluss. Allerdings sinkt dadurch die Strangspannung um ungefähr ein Drittel und damit die höchstmögliche Energieausbeute der PV-Anlage.
Im linken Diagramm werden die typischen Leistungs- und Stromkennlinien (grün und rot respektive) einer verschattungsfreien PV-Anlage dargestellt. Es besteht ein einziger Peak ("Globaler Maximum Power Point"). Der Wechselrichter ist in der Lage, mit dem gewöhnlichen Abtastverhalten das Optimum aus der PV-Anlage zu erzeugen.
Im rechten Diagramm sind stattdessen zwei Peaks zu erkennen. Der "Lokale Maximum Power Point" als zweiter Peak weist eine niedrigere Leistung als der globale MPP auf. Bei deaktiviertem Schattenmanagement bleibt der Wechselrichter um diesen lokalen MPP "hängen" und verhindert eine höhere Energieausbeute. Die Anzahl der Peaks wächst auch mit der Anzahl durchgeschaltener Bypassdioden, wobei die Kennlinien zwischen den Kennlinien flacher ausfallen.
Navigieren Sie zu Menü > Erweiterte Einstellungen > IV-Kurvenscan um das Schattenmanagement einzustellen. Der Wechselrichter tastet in einem vom Nutzer vorgegebenen Interval die gesamte Spannungskurve ab und ermittelt somit den globalen MPP.
Kurvenscan aktivieren - Aktiviert das Schattenmanagement
Scan-Interval - Gibt das Abtastinterval dieser Funktion vor, min. 5 Minuten bis max. 120min einstellbar
Scan erzwingen - Erzwingt einen Scan bei Bestätigung über das Menü