Manueller Generatorbetrieb (ZP2)

Urheber: Mergim Morina
Veröffentlicht: 01.03.2026
Letzte Aktualisierung: 30.03.2026

Der manuelle Generatorbetrieb ermöglicht den Anschluss und die Nutzung eines Dieselaggregats oder Zapfwellengenerators zur Versorgung der Anlage, z.B. nachdem der am Hybridwechselrichter gekoppelte Batteriespeicher seine Entladetiefe ("End Of Discharge") erreicht und dessen BMS die Energieabgabe eingestellt hat. Darüber hinaus kann die Energiezufuhr aus dem Generator verwendet werden um den Batteriespeicher zusätzlich zur vorhandener PV-Erzeugung aufzuladen. Diese Anleitung beschreibt die Nutzung der manuellen Einschaltung.



Der Generator speist seine Energie über den GRID-Eingang des Hybridwechselrichters. Die Netzumschaltung, an welcher der Anwender entweder das Netz oder den Generator als Spannungsquelle zuschaltet, soll noch vor dem Messpunkt des Netzaustausches erfolgen. Der Hybridwechselrichter erkennt durch diesen Messpunkt den Bezug netzseitiger Verbraucher und verhindert die Überlastung des Generators bei Beladung des Batteriespeichers. Achten Sie darauf, dass die Phasenreihenfolge des Generators ident zu der des Netzes ist ("ID108 PhaseSequenceError"). Der Sternpunkt des Generators muss an einer niederohmigen Verbindung zum Hauptpotentialausgleich der Anlage geerdet werden.



Die Betriebsart wird unter Menü > Systemeinstellungen > Energie-Speichermodus > Manueller Generatorbetrieb aktiviert. Geben Sie anschließend die Engpassleistung des Generators an. Der Wechselrichter haushaltet die Energie entsprechend um den Generator nicht zu überlasten.




Stellen Sie den Netzumschalter auf den Generatoreingang und starten Sie den Generator. Der Wechselrichter erkennt die anliegende Spannung und initiiert einen Countdown von 180 Sekunden, um den Generator warmlaufen zu lassen. Nach Ablauf des Countdowns wird das Bypassrelais zwischen GRID-Eingang und LOAD-Ausgang geschlossen und die Versorgung der kritischen Verbraucher am LOAD beginnt. Die vorhandene Sternpunkterdung wird kurz vor der Zuschaltung deaktiviert um einen Kurzschluss durch den Schutzleiter zu verhindern.

Wenn die Versorgung der Anlage nicht die max. verfügbare Generatorleistung benötigt, wird die verbleibende Differenz zur Beladung des Batteriespeichers angewendet bis dieser den Ladestand von 100% erreicht hat. Währenddessen wird anfallende PV-Erzeugung ebenfalls in den Batteriespeicher geladen. Während des Generatorbetriebs speist der Hybridwechselrichter keine PV- oder Batterieenergie in die Wechselstromseite um eine Einspeisung in den Generator zu verhindern.



Wenn der Generatormodus nicht mehr benötigt wird, stellen Sie die Betriebsart unter Menü > Systemeinstellungen > Energie-Speichermodus in den Selbstnutzungsmodus zurück. Schalten Sie den Generator aus und/oder stellen Sie den Netzumschalter wieder auf den Netzzugang um. Der Hybridwechselrichter schaltet in den Ersatzstrombetrieb um und initiiert bei vorhandener Netzspannung innerhalb der gültigen Grenzwerte einen Countdown von 300s für die Rückkopplung ans Netz.

Wenn die RS485-Schnittstelle des Hybridwechselrichters nicht anderweitig verwendet wird, kann der Betriebsmodus während eines Netzausfalls über eine RS485-Steuerung automatisch umgestellt werden. Das benötigte Modbusprotokoll erhalten Sie vom Support nach Unterzeichnung einer NDA.