Urheber: Mergim Morina
Letzte Aktualisierung: 19.09.2026
- Die Batteriemodule sind in Serie zueinander verschalten um die benötigte Mindestspannung an den Batterieeingang des Hybridwechselrichters aufzubauen
- Durch den natürlichen Alterungsprozess von Lithiumzellen sinkt deren Ladungsvermögen über ihre Laufzeit
- Wird das bestehende Speichersystem auf 9-12x Stk. Batteriemodule erweitert, muss die SC-500-H BMS gegen eine SC-1000-H BMS ersetzt werden
ZCS empfiehlt die Aufrüstung eines bestehenden Pylontech-Speichers spätestens 1 1/2 Jahren nach Inbetriebnhame. Je später die Aufrüstung erfolgt, desto höher fällt der Verlust neu hinzugefügter Kapazität aus, was die Wirtschaftlichkeit in Frage stellt. Durch die Parallelverschaltung der Batteriemodule innerhalb der AZZURRO SMART-5K und AZZURRO ZBT-5K Speichersysteme werden diese Probleme vermieden.
Es bestehen zwei Möglichkeiten, Pylontech-Speicher aufzurüsten:
- Einfache Anpassung (100% Regel)
- Spannungsanpassung mit Netzteil
1.) Einfache Anpassung (100% Regel)
Pylontech-Module werden von Werk aus mit einem vollen Speicherstand ausgeliefert. Die Aufrüstung eines bestehenden Speichersystems kann durch die Einhaltung der folgenden Arbeitsschritte in den meisten Fällen ohne Kapazitätsverluste erfolgen. Bedenken Sie, dass sich Batteriemodule bei längerer Lagerzeit selbst entladen.
- Laden Sie den bestehenden Batteriespeicher auf den vollen Ladestand von 100% hoch
- Sie können bei Bedarf eine forcierte Beladung über den Zeitgesteuerten Modus am Hybridwechselrichter einstellen
- Lösen Sie den Leitungsschutzschalter an der BMS aus (Batteriespeicher schaltet ab)
- Ergänzen Sie den bestehenden Batteriespeicher mit den neuen Batteriemodulen
- Tauschen Sie ab 9x Stk. Modulen das SC-500-H BMS gegen ein SC-1000-H BMS aus
- Kontrollieren Sie alle Kabelanschlüsse (Strom & Kommunikation) auf Sitz und Zugfestigkeit
- Nehmen Sie den Speicher wieder in Betrieb
- Vergessen Sie nicht, den Energiespeichermodus wieder in den zuletzt genutzten Modus zu wechseln
- Eigenverbrauchsmodus oder Passiv-Modus bei Nutzung eines HUBs
Sollten Sie unwissend den Speicher nicht wie oben beschrieben aufgerüstet haben, können aufgrund hoher Spannungsdifferenzen zwischen den Batteriemodulen abrupte Ladestands-Sprünge auftreten. Gehen Sie hier wie folgt vor:
- Laden Sie den Batteriespeicher wieder auf 100% hoch
- Trennen Sie die neuen Batteriemodule vom Speichersystem
- Verkabeln Sie die Bestandsmodule in den ursprünglichen Ausgangszustand
-
Führen Sie eine Beladung dieser auf 100% hoch
- Die vollständige Beladung der Bestandsmodule wurde zunächst durch die neuen Module verhindert
- Ergänzen Sie den Batteriespeicher wieder mit den neuen Batteriemodulen
- Nehmen Sie den kompletten Batteriespeicher wieder in Betrieb und laden Sie diesen auf 100% hoch
Die Modulspannungen der einzelnen Batteriemodule sollten nun auf annähernd demselben Potential liegen. Bedenken Sie, dass Batteriemodule nach längerer Lagerzeit an gespeicherter Ladung durch Eigenverbrauch verlieren können. Sollten nach einer Aufrüstung dennoch Komplikationen wie abrupte Ladestands-Sprünge auftreten, sollte die zweite Methode angewendet werden.
2.) Spannungsanpassung
Wenn eine genaue Anpassung erforderlich oder erwünscht wird, muss sichergestellt werden, dass die Modulspannungen aller Batteriemodule auf ein einheitliches Niveau gebracht werden. Wir empfehlen zur Spannungsanpassung der Module folgende Komponenten:
MEAN WELL HLG-320-H-54A oder ähnliches regelbares Netzteil (Komplettset vom Technischen Support als Leihgabe erhältlich)
Regelbares Labornetzteil (typische Ausführungen mit 60V / 5-10A / 300W)
Ladekabel mit AMPHENOL SURLOK Steckverbinder (Schottky- oder Ideale Diode an der Plusleitung als Rückstromschutz empfohlen)
Gehen Sie dafür wie folgt vor:
- Führen Sie zunächst die einfache Anpassung durch
- Lassen Sie den Speicher bis zur am Hybridwechselrichter eingestellten Entladetiefe entladen
- Lösen Sie den Leitungsschutzschalter an der BMS aus
- Trennen Sie alle Anschlüsse an den Modulen
- Messen Sie die Modulspannungen aller Module an den Plus/Minus-Buchsen
- Nehmen Sie die höchst gemessene Modulspannung als Referenzwert für die Ladeschlussspannung
- Laden Sie die Batteriemodule, welche eine niedrigere Modulspannung aufweisen mit einem Netzteil auf den Referenzwert hoch
- Messen Sie die Ladesschlussspannung an den Plus-/Minus-Steckverbindungen der Ladekabel nach
- Stellen Sie den max. Ladestrom auf 5A
- Es empfiehlt sich, Ladeleitungen mit einer Gleichrichterdiode an der Plus-Leitung nachzurüsten
Bedenken Sie, dass mit zunehmenden Alter der Batteriemodule der Zelleninnenwiderstand steigt. Auch dies ist ein weiterer Grund, warum ZCS eine Aufrüstung spätestens 1 1/2 nach Inbetriebnahme empfiehlt.